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Wissensmanagement mit KI: Antworten aus Ihren Unterlagen, mit Fundstelle

Im Hintergrund greifen Ihre Agenten auf Ihre eigenen Handbücher, Richtlinien und Vorgänge zu und belegen jede Antwort mit der Fundstelle.

Woran Sie es merken

In den meisten Betrieben liegt das Wissen nicht falsch, sondern verstreut: im Handbuch, in einer Richtlinie von vorletztem Jahr, in der Vorgangshistorie einer Fachanwendung und im Kopf der Kollegin, die gerade im Urlaub ist. Gesucht wird trotzdem täglich.

Woran Sie es merken: Die neue Kollegin fragt dreimal am Tag die erfahrene. Serviceanfragen werden mit dem beantwortet, was der Techniker im Kopf hat, nicht mit dem Stand des Handbuchs. Von einer Richtlinie kursieren zwei Versionen, und die Suche in der Ablage liefert vierzig Treffer, von denen der richtige der von vorletztem Jahr ist. Die Zeit dafür taucht in keiner Auswertung auf, weil sie sich über viele kurze Unterbrechungen verteilt.

Ein Wissenssystem setzt genau dort an. Es ersetzt nicht die Ablage, sondern die Suche darin.

Wie ein Wissenssystem arbeitet

Technisch heißt das Verfahren Retrieval-Augmented Generation. Vor jeder Antwort durchsucht das System Ihre freigegebenen Quellen, wählt die passenden Abschnitte aus und formuliert die Antwort ausschließlich daraus. Zu jeder Aussage wird die Fundstelle mitgeliefert, etwa Handbuch Seite 14 oder Vorgang 813, damit die Antwort prüfbar bleibt.

Der zweite Teil ist der wichtigere: Findet das System nichts Belastbares, sagt es das. Ein Wissenssystem, das im Zweifel eine plausible Antwort erfindet, ist im Fachbereich nach kurzer Zeit verbrannt, und zwar zu Recht.

Der dritte Teil entscheidet über die Einführung: Die Rechteprüfung sitzt vor der Antwort. Gesucht wird nur in dem, was die fragende Person ohnehin lesen darf. Ein System, das die Gehaltsliste zitiert, weil sie auf demselben Laufwerk lag, ist nach einem Tag abgeschaltet.

Wie wir vorgehen

  1. Fragen sammeln. Mit dem Fachbereich stellen wir einen Satz echter Fragen zusammen, samt der Antworten, die als richtig gelten. Er ist der Maßstab für alles Weitere.
  2. Quellen sichten. Welche Unterlagen sind gepflegt, welche veraltet, welche doppelt. Was nicht stimmt, kommt nicht hinein. Ein Wissenssystem mit alten Quellen liefert alte Antworten, jetzt mit Beleg.
  3. Anbinden, je Quelle mit eigener Logik. Ein PDF-Handbuch verhält sich anders als ein Vorgang aus dem ERP. Berechtigungen kommen aus der Quelle mit.
  4. Gegen den Fragensatz prüfen und nachjustieren, bis die Antworten tragen.
  5. Dorthin stellen, wo gearbeitet wird. In die Fachanwendung, ins Intranet oder in die Anwendung, in der die Frage ohnehin entsteht. Ihre Systeme bleiben, wie sie sind.
  6. Betrieb. Neue und geänderte Dokumente laufen nach. Fragen, auf die es keine Antwort gab, werden gesammelt und gehen an die Person, die die Quelle pflegt. So bleibt die Ablage lebendig, statt zu veralten.

Ein Beispiel: der Außendienst

Lindner Fördertechnik, ein Mittelständler in Nordrhein-Westfalen, hat Servicetechniker beim Kunden vor Ort. Einer steht an einer Anlage und fragt in sein Tablet: Welche Schmierintervalle gelten für das Getriebe dieser Baureihe, und gab es an dieser Anlage schon Reklamationen?

Das System sucht im Wartungshandbuch, das als PDF in der Ablage liegt, und in der Vorgangshistorie des Ticketsystems, aber nur bei den Anlagen, für die der Techniker freigegeben ist. Es antwortet mit dem Intervall, der Handbuchseite und zwei Vorgangsnummern aus dem letzten Jahr. Der Techniker tippt auf die Seite und sieht die Tabelle im Original.

Dann fragt er nach der Gewährleistungsfrist aus dem Sondervertrag mit diesem Kunden. Der Vertrag liegt in der Ablage des Vertriebs, auf die er kein Leserecht hat. Die Antwort lautet: Dazu liegt Ihnen keine Quelle vor, wenden Sie sich an den Vertrieb. Nicht: drei Jahre, weil das üblich ist.

Voraussetzungen und Grenzen

Ein Wissenssystem braucht gepflegte Quellen und je Quelle eine Person, die dafür zuständig ist. Es braucht Berechtigungen in der Ablage. Liegt alles auf einem Laufwerk für alle, gibt es nichts zu prüfen, und das ist dann das erste Problem, nicht das Wissenssystem. Und es braucht Menschen, die Fundstellen prüfen, statt Antworten zu übernehmen.

Was es nicht kann: Wissen lesen, das nur in Köpfen liegt. Handschriftliche Notizen und schlechte Scans zuverlässig verarbeiten. Zahlenwerke auswerten, dafür ist eine Abfrage im ERP das bessere Werkzeug. Und es kann keine Richtlinie richtig machen, die falsch ist.

Es lohnt sich nicht, wenn die Fragen sich nicht wiederholen, wenn die Quellen nicht gepflegt sind, oder wenn das Suchen heute keine Arbeitszeit kostet. Meistens fehlt die Pflege der Quellen, und dann ist die Reihenfolge eine andere: erst aufräumen, dann anbinden.

Abgrenzung zu den Nachbarleistungen

  • KI-Agenten: Ein Agent handelt, ein Wissenssystem gibt Auskunft. Der Agent liest aus dem Wissenssystem, wenn er eine Auskunft mit Beleg braucht, etwa eine Kündigungsfrist aus dem Vertrag.
  • Daten und Analytics: für Zahlen aus ERP und Tabellen. Ein Wissenssystem arbeitet mit Text.
  • Schulung und Enablement: damit die Menschen, die das System benutzen, Fundstellen prüfen, statt Antworten zu glauben.

Der nächste Schritt

Wo Ihr Fall steht, klären wir in der Potenzialanalyse, bevor gebaut wird. Davor steht ein kostenloses Erstgespräch von 30 Minuten. Bringen Sie die Frage mit, die im Haus am häufigsten gestellt wird.

Häufige Fragen

Was unterscheidet ein Wissenssystem von ChatGPT?
ChatGPT antwortet aus dem, was im Modell steckt. Ein Wissenssystem sucht zuerst in Ihren freigegebenen Unterlagen und antwortet nur daraus, mit Angabe der Fundstelle. Was nicht in den Quellen steht, wird auch nicht beantwortet. Diese Grenze ist gewollt.
Wie vermeiden Sie Halluzinationen?
Mit drei Mitteln. Das System antwortet nur aus den gefundenen Abschnitten und nennt sie. Findet es nichts Belastbares, sagt es das, statt zu formulieren. Und ein Satz echter Fragen mit bekannten Antworten wird bei jeder Änderung durchgerechnet. Ganz ausschließen lässt sich eine falsche Antwort nicht, deshalb bleibt die Fundstelle an jeder Aussage, damit sie in Sekunden prüfbar ist.
Welche Dokumente eignen sich als Quelle?
Alles, was regelmäßig gesucht und gelesen wird: Handbücher, Arbeitsanweisungen, Richtlinien, Verträge, technische Dokumentation, Vorgangshistorien aus Fachanwendungen. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern ob die Unterlagen gepflegt sind und ob die Suche darin heute Arbeitszeit kostet.
Sehen alle Mitarbeitenden dieselben Antworten?
Nein, wenn Ihre Quellen Berechtigungen haben. Die Rechteprüfung gehört vor die Antwort, nicht in die Oberfläche: Das System sucht nur in dem, was die fragende Person ohnehin lesen darf. Das ist der Architekturpunkt, an dem solche Projekte am häufigsten scheitern.
Was kostet ein Wissenssystem?
Der Aufwand hängt an drei Dingen: der Zahl und dem Zustand der Quellen, der Tiefe der Anbindung an Ihre Systeme und den Anforderungen an Berechtigungen und Nachvollziehbarkeit. Wir grenzen das im kostenlosen Erstgespräch an Ihrem Fall ein, statt eine Hausnummer zu nennen.
Bleiben unsere Daten bei uns?
Ja. Verarbeitung in deutschen Rechenzentren oder in Ihrer eigenen Infrastruktur, mit Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, bevor Daten fließen. Wir setzen nur Modellzugänge ein, bei denen der Anbieter vertraglich zusichert, Ihre Daten nicht zum Training zu verwenden. Ihre Ablage bleibt die führende Quelle. Das System hält einen Suchindex, der Änderungen nachläuft, und keine zweite Ablage, die jemand pflegen müsste.